Prägephase

Hier noch ein Bericht, den ich sehr wichtig und auch nützlich finde, erscheint auch auf Welpen.de

Über den Sinn des gezielten Sozialisierens beim Züchter

Die Mutterhündin kann die Welpen nur soweit prägend auf das Leben vorbereiten, wie es das innerartliche, gesunde Zusammenleben fordert. Aber was die Zivilisationsgesellschaft von Hunden an Sozialisation abverlangt, können nur wir Menschen, in diesem Fall die Züchter und Halter, den Hunden vermitteln.

Dazu gehört der Umgang mit ganz verschiedenen Menschen, Familien, sonstigen Menschenansammlungen, verschiedene menschliche Behausungen, mit Verkehr, dem Stadtgeschehen,mit Industriegeräuschen mit anderen Haustieren, und vieles mehr.

Darauf wird die Mutterhündin ihre Welpen selbstverständlich nicht sozialisieren können, die Welpen wiederum brauchen dies, um sich in der heutigen Zeit möglichst angstarm in ihrem Umfeld bewegen zu können und den Menschen als Sozialpartner auch anzuerkennen. Ein prägeähnliches Lernverhalten zeigen die Welpen nur in den ersten 18 Lebenswochen.

Es ist nun in der heutigen Zivilisation so üblich, dass bestimmte Rassen in der häuslichen Umgebung des Züchters geboren und groß werden, was ein Vorteil ist für Welpen, die sich auch als erwachsene Hunde überwiegend in der häuslichen Umgebung mit dem Menschen zusammen aufhalten. Allerdings fallen durch das Großziehen in immer gleich beheizten Welpenzimmer und Wohnräumen bestimmte notwendige Schlüsselreize wieder weg, die aber für die Instinktkette der natürlichen Welpenaufzucht nötig sind.

Diese Schlüsselreize sollten vom Züchter unbedingt durch die später beschriebenen Sozialisationsmaßnahmen ersetzt werden, um eine weitere fehlerfreie und umfangreiche Nervenvernetzung zu erreichen.

Der Welpe wird mit sogenannten nackten Nervenzellen geboren, die in den ersten Wochen von Kopf an langsam bis zu den Hinterläufen hin mit einer Myelinscheide umhüllt werden. Danach vernetzen sich diese Nervenzellen unter anderem mit anderen Nervenzellen. Die Verbindungen zwischen dieser Nervenzellen heißen Synapsen und so genannte Transmitter überbringen die nötigen Informationen von einer Nervenzelle zur anderen, um es mal extrem kurz zusammen und vereinfacht auszudrücken.

Diese Transmitter (Botenstoffe) werden im Gehirn gebildet und je mehr Reize durch Sozialisation auf den Welpen einwirken, desto mehr Botenstoffe werden produziert, Synapsen gebildet und umso mehr Nervenzellen vernetzen sich.

Es müssen auch unterschiedliche Reize sein, denn es gibt viele unterschiedliche Botenstoffe, die nur auf bestimmte Reize hin produziert werden. Das geschieht hauptsächlich alles in der Zeit beim Züchter in den ersten Lebenswochen. Herrscht nun beim Züchter eine reizarme Umgebung, reduziert sich auch die Produktion von Botenstoffen und es verlangsamt sich auch die Nervenvernetzung . Irgendwann ist dieser Vorgang abgeschlossen und ein Welpe, der bedeutend mehr vernetzte Nervenzellen hat, ist folglich
bedeutend belastbarer.

Hat der Züchter durch gezielte Sozialisation, gerade von Geburt an dafür gesorgt, dass sich ein gutes Nervenkostüm beim Welpen aufgebaut hat, ist auch die Lernfähigkeit des Welpen gesteigert. Wenn nicht, ist der Welpe nicht gut für seine Weiterentwicklung gerüstet. Dann können in der späteren Entwicklung Defizite , wie motorische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten auftreten.

Zudem braucht der Welpe unbedingt auch ein gewisses Maß an Stresserfahrungen in den ersten Wochen, um eine hohe Frustrationstoleranz aufzubauen. Erhöhter Stress und für unangenehme Situationen belasten den Hund später bedeutend weniger. Das geschieht bei einer hohen Interaktion mit seiner Umwelt.

Liegen nun Versäumnisse bei der Welpenaufzucht vor, so ist es kaum wieder zu korrigieren. Deshalb haben die Züchter eine sehr große Verantwortung gegenüber den Welpen, die in der Zivilisation auch auf eine freiwillige, optimale Sozialisation seitens des Züchters angewiesen sind. Im schlimmsten Fall führen Versäumnisse bei den Welpen, der dann zum Hund heranwächst, in seiner Zukunft immer ein Angst dominiertes , unterentwickeltes, von Hund und Mensch missverstandenes, einsames Leben.


(C) Kirsten Schiemann (Welpen.de)




Entwicklung und Reifung von Verhaltensweisen:

vom Welpen bis zum Veteran


Wir können es nur begrüßen, wenn sich ein Welpenbesitzer, der soeben
erst einen jungen Hund vom Züchter übernommen hat, gleich auf dem Hundeplatz (mit gleichen Größen natürlich) einfindet.


Abgesehen davon, dass er mit seinem Welpen natürlich sofort im Mittelpunkt des Interesses
steht - wer kann sich schon dem Charme eines Hundewelpen entziehen?


Er verdient diese Beachtung auch deshalb, weil sich hier für den Ausbildungswart, den neuen
Hundebesitzer und den kleinen Hund Chancen für die zukünftige Entwicklung bieten, die
vielleicht nie wieder kommen.

Der Welpe durchläuft bereits in den ersten Wochen und Monaten
entscheidende Phasen, die ihn für sein weiteres Leben formen und prägen. Wir können
diese Zeit hervorragend nutzen, wenn wir wissen, in welcher Entwicklunsphase sich der junge
Hund gerade befindet und auf welche äußeren Einflüsse er gerade jetzt reagiert.


Der
Hund stammt aus einem Sozialverband. Das Leben in einer solchen Gemeinschaft setzt
voraus, dass sich alle Einzelwesen einer bestimmten Ordnung unterwerfen, damit diese Lebensgemeinschaft
funktionieren kann. Das wiederum verlangt von den Jungtieren die Bereitschaft,
von den Alttieren zu lernen. So läuft in dem jungen Hund ein Entwicklungsprogramm
ab, das zu bestimmten Zeiten bestimmte Lernbereitschaften und Lernfähigkeiten auslöst.
Ferdinand Brunner, Michael W. Fox und Eberhard Trumler haben uns ihre wissenschaftlichen
Erkenntnisse in verschiedenen Veröffentlichungen vermittelt. Von ihnen wissen wir auch, dass
diese Entwicklungsphasen auch im heutigen Welpen noch enthalten sind, obwohl unsere
Hunde durch den Einfluss des Menschen doch erheblich verändert worden sind. Dadurch sind
wir heute in der Lage, die Lernfähigkeit der Hunde richtig einzusetzen und die gegebenen Anlagen

auszunutzen.


Die Entwicklung des Junghundes wird dabei in mehrere Phasen unterteilt, die bestimmte
Zeiträume umfassen. Die Zeitangaben sind allerdings nur annäherungsweise zu verstehen.
Individuell und auch rassespezifisch sind Abweichungen immer möglich.
Vorgeburtsstadium (1. Entwicklungsstufe)
Auch der ungeborene Welpe im Mutterleib zeigt bereits bestimmte Verhaltensweisen, z. B.
Strampeln und Stoßen an die Bauchwand der Mutter, Einstellbewegungen der Föten zum Geburtsweg,
Umdrehbewegungen usw. Das Nervensystem ist noch wenig differenziert.


Übergangsphase (Neugeborenenperiode, 2. Entwicklungsstufe)
bis ca. 3. Woche
Die ersten Lebenswochen des Welpen spielen sich beim
Züchter ab. Dem zukünftigen Besitzer wird diese Zeit
meist nicht bewusst. Sie dient dazu, durch Saugen und
Schlafen aus dem neugeborenen Welpen ein widerstandsfähiges
und kräftiges Lebewesen zu machen.
Augen und Ohren sind zunächst noch geschlossen. Die
weise Natur hat es so eingerichtet, dass keine äußeren
Einflüsse die Entwicklung des Welpen in dieser Zeit
behindern können. Tastsinn und Geruchssinn funktionieren bereits. Lecken der Mutter löst
reflektorisch Harn- und Kotabgabe aus.
„Schnauzenwühlreflex”: Beim Berühren des Nasenspiegels mit der hohlen Hand auslösbar
( dient wahrscheinlich dem Auffinden der Milchquelle).
„Milchtritt”: Treten mit den Vorderbeinen beschleunigt den Milchfluss.
„Winseln“: Trotz noch geschlossener Ohren, Winseln als sozialer Auslöser
für mütterliche Fürsorgehandlungen bei Kälte, Hunger usw.
Die Welpen zeigen Kopfpendeln und Kriechen im Kreise (Suchbewegungen), wenn sie von der
Mutter entfernt werden.
Ab 2. Lebenswoche: Augen geöffnet, schwaches Sehvermögen. Bedingte Reaktionen
möglich, aber noch instabil. Kann auf Geräusche mit Zusammenzucken
reagieren.
Prägungsphase (3. Entwicklungsstufe, Beginn der ersten

Sozialisierungsperiode) ca. 4. bis 7. Woche
Die Bezeichnung vermittelt schon einen Eindruck von der großen Bedeutung dieser Entwicklungsstufe.
Prägen bedeutet, dass in einem zeitlich begrenzten Abschnitt Dinge erlernt werden
müssen, die ein Leben lang erhalten bleiben und zu anderen, späteren Zeiten gar nicht oder
nur äußerst schwer erlernbar sind. In dieser Zeit werden z. B. die Grundlagen für gewisse Futtergewohnheiten
gelegt.
Für unseren Hund ist in diesem Entwicklungsabschnitt die Prägung auf den Menschen von
größter Wichtigkeit. Ein Welpe, der in dieser Zeit ausreichenden menschlichen Kontakt erhält,
den Menschen hören, sehen, vor allem aber fühlen und riechen kann, wird sich zu einem
freundlichen, offenen und anpassungsfähigen Hund entwickeln. Fehlt der menschliche Kontakt,
wird aus dem Welpen ein scheues Tier, das sich als erwachsener Hund häufig als Angsthase
zeigt.

Die Wichtigkeit dieser Prägungsphase lässt erkennen, wie gefährdet Hunde aus
Massenzuchten sind.
Zeitweilig von der Mutter allein gelassene Welpen interessieren sich nun auch für ihre Geschwister.
Deshalb wird die Prägung außer auf Muttertier und Menschen jetzt auch auf die Geschwister
ausgedehnt. Welpen sind jetzt empfindsam für emotionelle Reaktionen und können
lernen. Die Ohren öffnen sich, aber alle Sinne sind vorerst noch nicht voll funktionsfähig.
Durchbruch der ersten Milchzähne, bei kräftig entwickelten Welpen verschwindet langsam im
Alter von ca. 4 Wochen der Saugreflex.

“Visuelle Tiefenreaktion”: Scheu vor dem Anblick eines Abgrundes
Welpen kriechen auf Züchter und Fremde zu. Erste Raumorientierungsversuche mit zielstrebiger
Bewegung. Erstes Auftreten typischer Erwachsenen-Verhaltensweisen: Aufstützreaktionen
mit Vorder- und Hinterbeinen, Gehversuche, selbständige Harn- und Kotabgabe ohne Auslösung
durch Lecken der Mutter.
Falsche oder fehlende Prägungsvorgänge und einschneidende Erlebnisse, die in diesem
Stadium stattfinden, können tief greifende Folgen für die spätere Grundeinstellung des
Hundes zu seiner Umwelt haben.
Sozialisierungsphase (4. Entwicklungsstufe)
ca. 7. bis 12. Woche
In diese Zeit fallen die Bildung stabiler bedingter Reaktionen ( Entwicklung von Gewohnheitsreaktionen
und Anpassungsverhalten). Verlassen des Wurflagers beim Harnen und Koten
meistens an Stellen die schon Geruchsspuren von früheren „Geschäften” tragen. Beginn der
Stubenreinheit. Die Zeit der Entwöhnung von der mütterlichen Milchquelle beginnt. Die Welpen
werden immer häufiger und länger allein gelassen. Systematische Erkundung der Umgebung
(Neugierverhalten).
Gelegenheit zu gegenseitigen sozialen Kontakten wie Flucht- und Angriffsspiele, Balgen um
Beute usw. ist jetzt besonders wichtig. Erste „halbernste Kämpfe" zur Ausbildung und Festlegung
persönlicher Rangordnungspositionen.
Die beste Zeit zur Trennung des Welpen von Mutter und Geschwistern ist in der 8. - 10.
Lebenswoche. Nun wechselt der Welpe üblicherweise vom Züchter zu seinem zukünftigen Besitzer.
In diese Sozialisierungsphase fällt die lernfähigste Zeit des Welpen. Für einen
erfahrenen Hundebesitzer ist das von großem Vorteil. Neue Menschen und eine neue Umgebung

werden sehr schnell angenommen. Ein unerfahrener Hundehalter kann in dieser Zeit die
schlimmst
en Fehler machen, sein junger Hund kann fürs Leben verdorben werden.
Beim Wildhund haben Spiele während der Sozialisierungsphase sehr großen erzieherischen
Charakter. Das Jungtier lernt mit Artgenossen artgerecht umzugehen. Unsere Jungtiere sollten
besonders in dieser Zeit Gelegenheit erhalten, durch Umgang mit anderen Hunden - gleich
welchen Alters und welcher Rasse (Größenverhältnis muß stimmen) - Sozialverhalten zu erlernen. Auf Rudelgenossen wird
Rücksicht genommen, Verbote werden akzeptiert.
Übertragen wir diese Erkenntnisse auf unseren jungen Welpen, so ist er fähig, in dieser
Zeit die Anfänge der Unterordnung zu erlernen. Für uns als Hundebesitzer ergibt sich daraus
die erste grundlegende Erziehung. Der Welpe kann in dieser Zeit nahezu alles lernen. Das Lernen
muss er aber lustbetont und spielerisch erleben. Eine Dressurhafte Erziehung ist absolut
fehl am Platze. Die Fähigkeiten des Welpen, in der Sozialisierungsphase bereits Verbote zu
akzeptieren, sollten den Hundebesitzer veranlassen, Tabus für den jungen Hund zu setzen, um
ihm deutlich und konsequent klar zu machen, was er darf und was er nicht darf.
Allerdings müssen diese Einwirkungen, sollte er sich über unser Verbot hinwegsetzen, angemessen
sein, beim Havaneser reicht da schon die völlige Ignoranz, und beim direkten Erwischen eine lautere Stimme.

Einwirkungen haben aber nur dann Sinn und werden vom Welpen verstanden, wenn wir ihn beim Ungehorsam
ertappen und unmittelbar einwirken können. Zeitlich verzögerte Einwirkung kann er
nicht zuordnen.
Jugendstufe und Rangordnungsphase (5. Entwicklungsstufe)
ca. 12. - 16. Woche
Erlebnisse bis zur 16. Woche sind von nachhaltiger Bedeutung. Stabilisierung der Rangordnung:
Der Charakter des Hundes ist noch besonders plastisch, also formbar, später erstarren
die Verhaltensstrukturen. Alles weitere Lernen wird auf dem bis jetzt vor gebildeten Grundstock

aufgebaut.
Festlegung aller grundsätzlich charakteristischen Einstellungen, konsequente Erziehung zur
Stubenreinheit, zu Gehorsamsübungen, Gewöhnung an Halsband und Leine, an bestimmten
Schlafplatz und Tageseinteilung, zeitweiliges Alleinbleiben usw. muss in dieser 5. Entwicklungsstufe
beginnen. Bei Beginn zu einem späteren Zeitpunkt ist alles viel mühsamer.
Unerwünschte Erbanlagen wie z. B. Überängstlichkeit sind am ehesten in diesem Zeitraum
korrigierbar. Die ärgsten Auseinandersetzungen zwischen den Junghunden
eines Wurfes fallen in diese Zeit. Da aber die meisten Jungtiere den Züchter bereits verlassen
haben, treten diese Zänkereien zwischen den Geschwistern nicht besonders in Erscheinung.
Der neue Hundebesitzer, der die Eltemfunktion als Futterspender und Erzieher übernimmt,
hat in dieser Zeit noch keine Rangordnungsstreitereien zu erwarten. Auch in dieser Phase besteht
beim Junghund allerhöchste Lernbereitschaft. Hier ist der ideale Zeitraum für eine
Grunderziehung. Alles später zu Erlernende baut auf diese Erziehung auf.
Rudelordnungsphase (6. Entwicklungsstufe, zweite Jugendstufe,
Vorpubertät) ca. 4. - 7. Lebensmonat
Im Rudel beginnt eine ernsthafte Zusammenarbeit mit den Alttieren. Eine eventuell in der vorhergehenden
Stufe aufgetretene störende Aggressivität scheint jetzt geschwunden. Die Junghunde
sind leicht erziehbar und unterordnungsbereit. Diese natürliche Veranlagung sollte der
Hundebesitzer nutzen.
Es macht dem Hund Freude, Mitglied einer Gemeinschaft zu sein und anerkannt zu werden.
Jede Beschäftigung mit dem Hund, die dieses Gefühl unterstützt, stärkt sein Selbstbewusstsein.
Wil
l ein Besitzer seinen Hund nicht nur erziehen, sondern ihn auch ausbilden, um später
mit ihm Prüfungen abzulegen, dann ist diese Zeit für eine erste gemeinsame Arbeit sehr geeignet.

Dem jungen Hund macht jegliche Arbeit mit seinem Meuteführer viel Spaß, solange
alles lustvoll durchgeführt wird.
Pubertät (7. Entwicklungsstufe)
ca. 7. - 12. Lebensmonat
Die in den Vormonaten gezeigte Unterordnungsbereitschaft scheint in der Pubertät verloren
gegangen zu sein. Es beginnt eine sehr schwierige Zeit. Unser Hund ist launenhaft und unausgeglichen,
ähnlich wie ein junger Mensch im entsprechenden Alter.
Er befindet sich in einer sehr diffizilen Übergangszeit, er will erwachsen werden und sucht
seinen Platz im Rudel, d. h. in der Familie. In dieser Zeit wird festgelegt, wer der Herr im Hause
ist. Bei sehr selbstbewussten Junghunden sind in diesem Lebensabschnitt Machtkämpfe zu
erwarten. Für den Hundebesitzer ist es erforderlich, die Machtansprüche des jungen Hundes
sofort und konsequent abzuwehren. Da sie ein für alle Mal die Machtverhältnisse in einem Rudel
regeln, wird unser Hund seinen Platz erkennen und zu einem sicheren Meutemitglied werden,
das sich der anerkannten Autorität unterordnet.

Die Pubertät wird etwa mit einem Jahr abgeschlossen sein. Der Hund ist geschlechtsreif und
zeigt nun Verhaltensweisen, wie Gehorsamsverweigerung und Auflehnung
gegen seinen Herrn. Es sollte sich nun die ordnungsgemäße Ausbildung anschließen.
Geschlechtsreife und Erwachsenenphase (8. Entwicklungsstufe)
Hier zeigt sich nun, dass die früher investierte spielerisch-ernste Erziehungsarbeit nicht vergebens
war. Nachdem der Junghund am Ende der siebten Entwicklungsstufe gelernt hat, dass
sein Herr der Stärkere und ein Entweichen gegen seinen Willen unmöglich ist, sollte nun eine
konsequente Ausbildung im Verein beginnen.
Es ist falsch anzunehmen, ein Hund sei nach dem Erreichen der Geschlechtsreife bereits voll
entwickelt und man könnte die Erwachsenenphase fast beliebig weiter unterteilen. Viele Verhaltensweisen
reifen erst zwischen den ersten und zweiten, manchmal gar erst im dritten Lebensjahr
voll aus.
Beginn
des Alters (9. Entwicklungsstufe)
Neben der Entfaltung des Lebens müssen wir bei dessen Betrachtung stets auch die Rückbildung
und den Abbau berücksichtigen. Der Beginn dieser Endphase ist je nach Rasse und Lebensgewohnheiten
sehr unterschiedlich.

Der so alt gewordene Gefährte wird müder, weniger lebhaft, weniger verspielt, weniger unternehmungslustig.
Die Sinne werden stumpfer, mancher Hund wird eigensinnig und eigenbrötlerisch, er geht jungen Hunden aus dem Weg. Die früher einwandfrei ausgeführten Befehle
werden manchmal scheinbar missachtet. Schwierigkeiten in der Futterumstellung und Wetterfühligkeit
treten ein.

Der interessierte Leser wird feststellen, wie urtümlich viele Verhaltensweisen auch heute noch
sind und bestimmt das eine oder andere Merkmal am eigenen Hund wieder erkennen. Für
mich war es einfach wichtig, einen Beitrag zum besseren Verständnis und Zusammenleben
zwischen Mensch und Hund zu leisten und vor allen Dingen um unseren jungen Mitgliedern
den Umgang mit dem vierbeinigen Liebling zu erleichtern.

*Quelle : http://teamsport-gunda-alois.npage.de/ Mit freundlicher Genehmigung*


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